Meine re:publica 13 – Tag 3

Leider habe ich den Tag 2 der re:publica verpasst, um so mehr habe ich mich auf Tag 3 mit meinem persönlichen Lieblingsthema „Freies (entdeckendes, selbstgesteuertes) Lernen mit  Sozialen Medien“  gefreut. Tag 3 der re:publica war meine persönliche „re:learn“.

Sehr beeinduckt war ich gleich am Morgen von Andreas Schleicher und dem, was er als zentrale Kompetenzen für das 21. Jahrhundert formuliert hat. Diese sind  nach Schleichers Worten die Fähigkeiten, vorhandenes Wissen auf (vollkommen) Neues zu übertragen, Prozesse mit anderen zu reflektieren, (auch mit Menschen, die völlig anders sind) zu kommunizieren und zu kollaborieren sowie Kenntnisse in der Handhabung Sozialer Medien (den Werkzeugen des 21. Jahrhunderts.) Vorraussetzung für die Entwicklung dieser Kompetenzen, die gleichzeitig Kompetenzen für lebenslanges Lernen sind, ist eine entsprechende Schule. „Junge Menschen müssen in die Lage versetzt werden, sich auch komplexes Wissen eigenständig anzueignen“, fordert Andreas Schleicher. Dies wird später an diesem Tag von Lisa Rosa auf sehr inspirierende Weise näher ausgeführt. Sie formuliert, dass die zentrale Kompetenz des Menschen im 21 Jahrhundert ist, „Lernen lernen zu lernen“. (Wirklich 3x „Lernen“ wie Gertrude Steins Rose.) Für Lisa Rosa ist der Analphabet von morgen derjenige  Mensch, der nicht gelernt hat das Lernen zu lernen. Das Abfragewissen von gestern und heute ist in Zukunft nichts mehr wert, Wissen wandelt sich vom Produkt zum Prozess. Nur Wissen, das zur Anwendung kommt, das zwischen Menschen im Diskurs entsteht und weiterentwickelt wird, existiert. „Wissen das nicht im Umlauf ist, ist schon vergessen“, so zitiert sie Weinberger oder doch eher Martin Lindner? Die unterschiedlichen Social Media Tools sind die Werkzeuge, die für dieses Lernen lernen zu lernen, prädestiniert sind. Ich kann sie als Instrumente zum Erkunden, Beschreiben, Ordnen, Hinterfragen, kreativ Weiterverarbeiten, Diskutieren, Kollaborieren, Reflektieren verwenden. Sie ermöglichen es mit personalisiert und ergebnisoffen zu arbeiten und mir nach und nach mein individuelles lebenslanges Lernnetz aufzubauen.

Mein abschließendes Highlight waren „gute Moocs – böse Moocs – Openess als Killerkriterium“ mit den Macher_innen des #mmc13 Dörte Giebel, Heinz Wittenbrink und Monika König. Sie grenzen sich scharf ab von den sogenannten xMoocs, wie sie über Coursera und Udacity verbreitet werden, und die mich persönlich (ja, einen hab ich ausprobiert) an das alte programmierte Lernen aus den siebziger Jahren erinnern, nur halt jetzt mit Computern – da ist ziemlich wenig mit kollaborativem Lernen, mit freiem Austausch, mit Lernnetz aufbauen etc. Meine persönliche Vermutung ist, dass die xMoocs noch zu einem Supergeschäftsmodell werden – ein_e Prof für 100.000 Studierende.   Dörte Giebel und Heinz Wittenbrink jedenfalls plädieren für eine freie! Weiterentwicklung der sogenannten cMOOCs, die auf den Ideen des Konnektivismus beruhen und in ihrer „Urform“ ab 2005 von den Kanadiern George Siemens und Stephen Downes entwickelt wurden. In ihrem #mmc13 haben sie in vorbildlichster Weise gezeigt, dass genau dieses Lernen, das Lisa Rosa in ihrem Vortrag beschrieben hat und das exakt zu der Ausbildung der von Andreas Schleicher geforderten Kompetenzen führt, in einem „offenen“ Onlinekurs entwickelt werden kann. Sie beschreiben einen cMOOC als eine nicht-hierarchische Verlinkung von Informationen und Menschen. Essentials eines wirklich offenen Kurses sind: eine Offenheit von Plattform und Publikationsformaten, Medienfreiheit und -hoheit der Teilnehmenden, keine Lernzielvorgaben und Lernerfolgskontrollen, frei verfügbare Lernmaterialien, keine monetären Interessen seitens der Anbieter_innen, die als Gastgeber_innen agieren und einen Ermöglichungsraum für offenes Lernen schaffen. Und dass das wirklich funktioniert, hatte ich als Teilnehmerin am #mmc13 selbst erfahren dürfen.

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